Softeis ist für viele die erste Eis-Erinnerung überhaupt: eine weiche, glänzende Spirale aus der Maschine, die schneller schmilzt, als man schlecken kann. Hier erfährst du, was Softeis eigentlich ist, warum es so cremig wird, wie viele Kalorien drinstecken, worauf du bei der Hygiene achten solltest und wie du es zu Hause wenigstens annähernd hinbekommst.

Was ist Softeis?

Es ist Eis, das erst im Moment des Servierens fertig wird. Die flüssige Eismasse – der sogenannte Mix – wird in einen Gefrierzylinder gepumpt, dort ständig gerührt und mit Luft aufgeschlagen. Heraus kommt eine weiche, pastöse Creme, die direkt in die Waffel gezapft wird (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)). Laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist es übrigens keine eigene Speiseeis-Sorte im Sinne des Lebensmittelbuchs – es ist eine Art, Eis herzustellen und zu servieren.

  • Temperatur: Es kommt mit etwa −4 bis −6 °C aus der Maschine, Kugeleis liegt in der Vitrine deutlich kälter (LGL: −6 °C gegenüber −18 °C bei festem Speiseeis, Wikipedia: −4 °C gegenüber −15 °C)
  • Luft: Der Luftanteil (Overrun) liegt laut Wikipedia meist bei 33 bis 45 % des Volumens, möglich sind 0 bis 60 %
  • Fett: Die Mixe haben meist 3 bis 6 % Milchfett, klassische Eiscreme 10 bis 18 %
  • Mix: Flüssig oder als Pulver, das mit Milch oder Wasser angerührt wird – bei vielen Ständen mit Vanille, Schoko oder als Twist aus beiden

Quellen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Wikipedia (englisch), Hogapage.

Vier Softeis in der Waffel – Vanille, Heidelbeere und Schoko-Vanille – am Tisch
Softeis in vier Varianten: Vanille, Heidelbeere und Schoko-Vanille im Twist.

Softeis, Speiseeis, Gelato: der Unterschied

Der größte Unterschied ist die Temperatur. Weil es wärmer serviert wird, schmeckst du Süße und Vanille intensiver, und es fühlt sich weicher an – auch wenn weniger Fett drin ist. Kugeleis aus der Vitrine ist kälter und dichter, Gelato liegt dazwischen: wenig Luft, mehr Geschmack pro Löffel. Was hinter den offiziellen Bezeichnungen wie Cremeeis, Milcheis oder Sorbet steckt, erklären wir im Artikel Speiseeis, woran du gutes Eis erkennst, in Handwerkliches Eis vs. Industrieeis.

Wer hat Softeis erfunden?

Die Geschichte beginnt in den USA. Die bekannteste Legende: Am Memorial-Day-Wochenende 1934 hatte der Eisverkäufer Tom Carvel in Hartsdale, New York, eine Reifenpanne. Er verkaufte sein schmelzendes Eis kurzerhand vom Straßenrand – und die Leute liebten es. 1936 eröffnete er an der Stelle seinen ersten Laden. Fast zeitgleich tüftelten J. F. McCullough und sein Sohn Alex an einer eigenen Rezeptur; beim ersten Testverkauf am 4. August 1938 in Kankakee, Illinois, gingen in zwei Stunden mehr als 1.600 Portionen über die Theke – der Start von Dairy Queen (Wikipedia (englisch)).

Nach Deutschland kam es in den 1950er-Jahren, schon 1952 war es laut Berliner Zeitung ein Hit (Berliner Zeitung). In Ost und West entwickelte es sich unterschiedlich: Im Westen wurde viel Luft aufgeschlagen, in der DDR war es dichter – mehr dazu bei den DDR-Eisbechern.

Schoko-Vanille-Softeis in der Waffel vor einem Schild mit der Aufschrift DDR Softeis
Softeis wie in der DDR: Schoko-Vanille im Twist.

Bis heute verkaufen Stände „DDR-Softeis“ – als Erinnerung an das dichtere Eis von damals. Welche Eisbecher in der DDR auf der Karte standen, liest du in unserem Artikel über Eisbecher in der DDR.

Softeis-Kalorien: wie viel steckt drin?

Für die Sorte Vanille findest du Werte von grob 130 bis 175 kcal pro 100 g (fddb). Die Spanne ist groß, weil jeder Mix anders ist: mehr Fett, mehr Zucker oder weniger Luft bedeuten mehr Kalorien. Eine kleine Waffel wiegt oft um 100 g – mit Schokoüberzug, Streuseln oder Sauce kommt einiges dazu. Weil viel Luft drinsteckt, ist eine Portion bei gleichem Volumen oft leichter als Kugeleis. Wie viele Kalorien deine Kugeln bei uns haben, rechnest du im Eiskalorien-Rechner aus.

Zwei Softeis Vanille-Erdbeer in der Waffel
Softeis Vanille-Erdbeer in der Waffel.

Softeis und Hygiene: worauf es ankommt

Softeis hat den Ruf einer „Bakterienschleuder“. Das bayerische LGL hält dieses Risiko für eher gefühlt: Es werde sogar deutlich seltener beanstandet als anderes Eis aus Eisdielen und Cafés (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)). Die Voraussetzung ist aber eine sorgfältige Reinigung der Maschine – denn Eismasse ist ein guter Nährboden für Keime, und Kälte stoppt sie nur, tötet sie nicht.

Die Zahlen aus der Lebensmittelüberwachung passen dazu: In Baden-Württemberg wurden seit 2022 33 Softeis-Proben mikrobiologisch untersucht, drei davon fielen wegen erhöhter Hygiene- und Verderbniskeime auf (CVUA Stuttgart (09/2024)). In Österreich führte die AGES Rückstände von Reinigungsmitteln in Proben und Milchshakes auf falsch gereinigte Maschinen zurück (AGES Österreich).

  • Gutes Zeichen: Saubere Zapfhähne, frisch wirkendes Eis, ordentlicher Stand
  • Lieber Abstand: Eis, das an der Zapfstelle angetrocknet ist, oder eine Tülle, die mit einem Lappen abgewischt wird
  • Nachfragen erlaubt: Wie oft wird die Maschine gereinigt? Ist der Mix pasteurisiert?

Softeis in der Schwangerschaft

Schwangere gehören laut Bundesinstitut für Risikobewertung zu den Gruppen, für die Listerien besonders gefährlich sind (Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)). Verboten ist es trotzdem nicht. Entscheidend sind ein pasteurisierter Mix und eine sauber gereinigte Maschine – im Zweifel einfach am Stand nachfragen. Alles Weitere zu Kugeleis und Zutaten wie rohem Ei steht im Artikel Softeis in der Schwangerschaft.

Gibt es veganes Softeis?

Ja. Immer mehr Eisdielen zapfen es aus pflanzlichen Mixen, zum Beispiel auf Hafer-, Soja- oder Kokosbasis. Geschmacklich kommen gute vegane Mixe erstaunlich nah ans Original. Unsere veganen Sorten aus der Vitrine findest du unter veganes Eis.

Softeis selber machen: so klappt es (fast)

Ganz ehrlich: Das typische, gleichmäßig weiche Ergebnis entsteht erst in der Maschine, die gleichzeitig kühlt, rührt und Luft einschlägt. Zu Hause kommst du aber erstaunlich nah heran – mit einem einfachen Softeis-Rezept ohne Eismaschine:

  1. 200 ml Sahne steif schlagen.
  2. 200 g gesüßte Kondensmilch, 100 ml kalte Milch und das Mark einer Vanilleschote unterrühren.
  3. Die Masse in einer flachen Form etwa 2 Stunden ins Gefrierfach stellen und dabei alle 30 Minuten kräftig durchrühren.
  4. Sobald sie fest, aber noch weich ist, in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und direkt in Waffeln spritzen.

Mit einer Eismaschine wird das Ergebnis feiner: Den Mix einfach so lange rühren lassen, bis er cremig, aber noch nicht fest ist, und sofort servieren. Eine echte Maschine lohnt sich für zu Hause meist nicht – sie ist groß, teuer und muss nach jeder Benutzung komplett zerlegt und gereinigt werden.

Softeis bei Katchi: Softeis gibt’s bei uns (noch) nicht. Ich bin selbst großer Fan, und ihr fragt regelmäßig danach – aber so eine Maschine braucht viel Platz und muss jeden Tag aufwendig gereinigt werden. Dafür haben wir in unseren Läden gerade keine Kapazität. Wir behalten das im Blick. Bis dahin: Probier unsere cremigste Sorte, das Bourbon-Vanilleeis mit echten Vanilleschoten, in unseren Eisdielen am Ku'damm und am Hackeschen Markt – oder bestell über die Fast Lane vor.
Kugeleis in der Waffel mit Vanilleeis und Schokostückchen vor einer Katchi-Vitrine
Bei Katchi gibt es Kugeleis, kein Softeis – aber genauso cremig.
Viele Becher mit verschiedenen Eissorten und Holzlöffeln bei Katchi
Kugeleis bei Katchi, kein Softeis: viele Sorten, frisch aus unserer Manufaktur.

Fazit: Softeis ist weicher, wärmer serviert und luftiger als Kugeleis – und mit einer gut gepflegten Maschine ein ziemlich unkomplizierter Genuss. Wer einen Stand findet, an dem sauber gezapft wird, sollte zugreifen.

Häufige Fragen

Was ist Softeis?

Eis, das frisch aus der Maschine gezapft wird: Die Eismasse wird im Gefrierzylinder ständig gerührt und mit Luft aufgeschlagen und kommt mit etwa −4 bis −6 °C in die Waffel – deutlich wärmer als Kugeleis. Dadurch ist es so weich und cremig.

Wie viele Kalorien hat Softeis?

Grob 130 bis 175 kcal pro 100 g bei Vanille, je nach Mix, Fett- und Luftanteil. Eine kleine Waffel wiegt oft um 100 g, mit Schokoüberzug oder Streuseln kommt einiges dazu.

Kann man Softeis selber machen?

Ohne Softeismaschine nur annähernd: Eine kalte, aufgeschlagene Masse aus Sahne, Milch und gesüßter Kondensmilch wird nach kurzem Anfrieren cremig gerührt und gleich aus dem Spritzbeutel serviert. Das typische, gleichmäßig weiche Ergebnis gibt es nur aus der Maschine.

Ist Softeis gesund?

Es ist eine Süßigkeit – mit weniger Fett als viele Eiscremes, aber mit Zucker. In normalen Portionen ab und zu ist das völlig in Ordnung. Wichtiger als die Sorte ist die Hygiene an der Maschine.

Darf man Softeis in der Schwangerschaft essen?

Nein, verboten ist es nicht. Achte auf saubere Maschinen und frag nach, ob der Mix pasteurisiert ist. Mehr dazu im Artikel Eis in der Schwangerschaft.

Gibt es veganes Softeis?

Ja, einige Eisdielen zapfen es aus pflanzlichen Mixen, etwa auf Hafer-, Soja- oder Kokosbasis. Frag einfach am Stand nach.

Gibt es bei Katchi Softeis?

Noch nicht. So eine Maschine braucht Platz und muss täglich aufwendig gereinigt werden – dafür fehlt in unseren Läden gerade die Kapazität. Wir behalten das im Blick. Bis dahin empfehlen wir unsere cremigste Sorte: Bourbon-Vanille.

Quellen